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Recherchereise auf die Malediven

Von 20. Bis 27 April 2018 besuchten sieben Journalistinnen und Journalisten gemeinsam mit der DGVN Projekte der Vereinten Nationen auf den Malediven. Der 1192 Inseln umfassende Staat steht angesichts des menschengemachten Klimawandels vor immensen Herausforderungen.

Fischer leiden unter den Auswirkungen des Klimawandels © Monique Lehmann

Über 1,2 Millionen Menschen besuchen jährlich die Urlaubsresorts der Malediven. Sie erfahren selten etwas von dem Alltag der 350 000 Malediver auf den rund 200 bewohnten Inseln, deren Leben ein harter Existenzkampf gegen die Naturgewalten und die Folgen des Klimawandels ist. Durch Landerosion und einen steigenden Meeresspiegel sind die Menschen gefährdet, den Boden unter ihren Füßen zu verlieren und als Klimaflüchtlinge ihre Heimat verlassen zu müssen. Die Malediven sind einer der ersten Staaten, die das Pariser Übereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen im Jahr 2016 ratifiziert haben. Im Rahmen der DGVN-Journalistenreise standen deshalb die Fragen im Zentrum, welche Vorkehrungen auf den Malediven mit Unterstützung der Vereinten Nationen getroffen werden, um die bis zu 1,5 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Inseln zu schützen, Trinkwasser zu sichern, Landwirtschaft zu betreiben, Flora und Fauna zu erhalten? Wie steht es vor Ort um die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), was wurde erreicht und wo ist mehr Engagement der internationalen Gemeinschaft gefordert?

Auf unserer Reise trafen wir Vertreterinnen und Vertreter der Regierung, verschiedener UN-Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit und zivilgesellschaftliche Akteure. Die Vereinten Nationen arbeiten seit über 30 Jahren mit ihren Organisationen (u.a. UNDP, UNICEF, UN Women, ILO, UNFPA, WHO) mit der Regierung des islamischen Staates zusammen. Leitmotiv der Kooperation ist die im September 2015 von den UN-Mitgliedstaaten verabschiedeten Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Im Rahmen unserer Reise konnten wir uns in mehreren Besuchen ein Bild von der Umsetzung des UN-flagship-Programms Low Emission Climate Resilient Development (LECReD) machen. An diesem sind mehrere UN-Organisationen beteiligt. In Laamu sprachen wir mit Inselräten und Bewohnern über die Herausforderungen. Wir besuchten Abfallmanagement-Zentren, ein Projekt zur Erhaltung von Mangroven, Systeme zur Frischwasseraufbereitung und ein Resort-Hotel, das sich dem ökologisch nachhaltigen Tourismus verschrieben hat. Wir erfuhren von Expertinnen und Experten der Regierung und den UN, wie Umweltkatastrophen etwa durch den Einsatz von Drohnen früher erkannt und präventive Maßnahmen getroffen werden können. Und wir konnten sehen, wie weitreichend die Auswirkungen des Massentourismus auf die Malediven hat – im Positiven wie im Negativen.

Die Recherchereise gab umfassenden Einblick in die Bandbreite von Strategien und Maßnahmen, um sich auf die Auswirkungen des Klimawandels einzustellen. Die greifbare Existenzbedrohung verdeutlichte aber vor allem: Während in manchen Staaten über den Klimawandel als abstraktes Zukunftsszenario debattiert wird, ist er für viele Menschen längst erbarmungslose Realität. An der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der Erreichung des 1,5 Grad-Ziels hängt für sie die Existenz.

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