Menü

WCC-3 Forum - Der Weg zur Dritten Weltklimakonferenz

 
Vom 31. August bis zum 4. September 2009 findet in Genf die Dritte Weltklimakonferenz (WCC-3) statt, die federführend von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und in Zusammenarbeit mit anderen Organen der Vereinten Nationen (UN, VN, UNO) organisiert wird.

Brauchen wir noch eine Klimakonferenz?

Die dritte Weltklimakonferenz der WMO reiht sich in eine längere Abfolge von UN- Klimakonferenzen. Schon die ersten beiden Weltklimakonferenzen der WMO 1979 (Abschlusserklärung WCC-1 engl.) und 1990 (Abschlusserklärung WCC-2 engl.) in Genf hatten das Anliegen, Klima als globale Herausforderung zu begreifen. Diese Konferenzen gelten als Meilensteine der internationalen Klimaforschung und brachten u.a. den 1988 gegründeten Weltklimarat (IPCC) und die 1990 verabschiedete Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) hervor. Seit 1995 halten die Vertragsstaaten der UNFCCC jährlich eine Klimakonferenz (COP) ab, in dessen Rahmen auch der Kyoto–Prozess und die Klimawandel Debatte mit all ihren Feinheiten zu verorten ist. Parallel zu dieser jährlich tagenden „Conference of Parties“ geht nun im Spätsommer 2009 die von der WMO angestoßene Konferenzreihe in die dritte Runde. Während die Vertragstaatenkonferenzen meist auf Grundlage des Sachstandsberichts des IPCC abgehalten werden, beziehen sich die Inhalte der Dritten Weltklimakonferenz in Genf auf den aktuellsten Forschungsstand. Auch wenn die 1994 in Kraft getretene Klimarahmenkonvention den wesentlichen Zusammenhang bilden in dem die Vereinten Nationen Klimapolitik betreiben,  eröffnet sich mit der Dritten Weltklimakonferenz eine neue Perspektive. Neben Maßnahmen, die zur Minderung des Klimawandels beitragen, wie sie beispielsweise im Kyoto-Protokoll formuliert sind, müssen nach den neusten Erkenntnissen auch Strategien der Anpassung an den unvermeidbaren Klimawandel in der Politik diskutiert werden. Die Dritte Weltklimakonferenz könnte demnach entscheidende Impulse für die 15. Vertragsstaatenkonferenz Ende 2009 in Kopenhagen setzten, auf der über ein Klimaschutzprogramm nach Kyoto (2012) entscheiden werden soll.   

Klimaprognosen und regionales Risikomanagement

Die bevorstehende Konferenz

Die WCC-3 soll primär den Rahmen für die internationale Diskussion um wissenschaftliche Prognosen, Informationen zum Management von Klimarisiken und Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandel bilden. Der Aufbau von Klima-Dienstleistungen, Netzwerken, internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist es institutionelle Infrastrukturen zum regionalen Management von Klimarisiken zu stärken und nachhaltige globale Klima-Beobachtungssysteme zu entwickeln, die einen zeitnahen und freien Austausch von Daten ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen ist eine gute Infromationsbasis notwendig, die regionale Schwankungen mit einbezieht und den verschiedenen Sektoren zur Verfügung steht. Die Verbesserung regionaler Klimamodelle soll so beispielsweise Planungen der Wirtschaft und Politik "klimasicher" machen.

Weitere Infos rund um WCC-3
- Hier finden Sie einen vorläufigen Ablaufplan der Konferenz
-Resolution zur 3. Weltklmakonferenz (Originalfassung/ deutsche Version)
- Auf der WMO Homepage finden Sie aktuelle Informationen zur WCC-3

2. Treffen des internationalen Organisationskomitees

„Vorbereitungen für die WCC-3 angelaufen, nächstes Treffen in Bonn"

Gruppenfoto des WIOC-2Das internationale Organisationskomitee (WIOC) für die 3. Weltklimakonferenz der WMO hat sich vom 3. bis zum 5. September in Genf getroffen. Informieren Sie sich hier über die Ergebnisse der Veranstaltung und die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die WCC-3.

WMO, Deutschland und WCC-3

  Die WMO

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie wurde 1950 als Nachfolgerin der 1879 gegründeten Internationalen Meteorologischen Organisation (IMO) gegründet. Mitglieder der WMO können alle UN-Staaten mit einem eigenen meteorologischen Dienst werden, gegenwärtig sind dies 182 Staaten. In Deutschland liegt die organisatorische Verantwortung für die Vorbereitung der 3. Weltklimakonferenz beim Deutschen Wetterdienst, der als teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gehört. Das BMVBS hat damit die Federführung bei der deutschen WCC-3-Vorbereitung innerhalb der Bundesregierung inne.   

Deutschland und die WCC-3

Mit Prof. Martin Visbeck aus Kiel hat der Präsident des Deutschen Wetterdienst Wolfgang Kusch einen weltweit ausgewiesenen Fachmann gebeten, für Deutschland an den WCC-3-Vorbereitungen mitzuwirken. Auf der ersten Sitzung des Internationalen Organisationsausschusses Mitte Februar 2008 in Genf wurde Prof. Visbeck zum Vorsitzenden des Programmkomitees gewählt. Weitere thematisch eingebundene Ministerien sind z.B. das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) sowie das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammmenarbeit und Entwicklung (BMZ). Welche Bedeutung die dritte Weltklimakonferenz im politischen Prozess Deutschlands insgesamt haben wird, ist gegenwärtig noch offen. Ein erstes Klimanetzwerk in Deutschland, das sich mit dem Ziel "handlungsorientierte Lösungsansätze für die Herausforderungen des Klimawandels zu finden" etabliert hat, ist das Deutsche Klima-Konsortium (DKK). Im Auftrag des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat das Umweltbundesamt außerdem ein http://www.deutsches-klima-konsortium.de/Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) aufgebaut und arbeitet an einer nationalen Anpassungsstrategie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut weiter ein Climate Service Centre (CSC) auf, das eine Serviceeinrichtung zur Vermittlung zwischen Forschung und Entscheidern werden soll.
 

Der Deutsche Wetterdienst

Deutscher Wetterdienst: Klimawandel erzwingt intensive internationale Zusammenarbeit
Berlin, 15. April 2008 – „Die Frage nach dem Ja oder Nein des Klimawandels hat sich erledigt. Die Veränderung des Klimas ist Teil unseres Alltags. Jetzt kommt es darauf an, alle Kräfte und Erkenntnisse zu bündeln, um die Folgen des Klimawandels in den Griff zu bekommen.“ Das erklärte Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes in Berlin. Das Klimasystem kenne keine nationalen Grenzen. Kusch: „Mein Eindruck ist, dass endlich auch bei Entscheidungen über die Anpassung an die Klimaveränderung globales Denken und Handeln voran kommt. Internationale Kooperationen sind unsere einzige Chance, wirkungsvolle Anpassungsstrategien umzusetzen.“

Pressemitteilung des DWD vom 15. April 2008
WMO-Bericht zum Zustand des globalen Klimas (deutsch)

Klimadaten des DWD
Hier finden Sie Zugang zu den Klimadaten des DWD
Hier finden Sie Informationen zur Klimaüberwachung beim DWD.


Klimastatusbericht des DWD
Hier finden Sie den aktuellen Klimastatusbericht.
Der Klimastatusbericht des DWD wird seit 1997 regelmäßig publiziert. Die letzte Ausgabe beschreibt 2006. Der Bericht über 2007 wird Anfang Juli 2008 vorliegen.