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Recherchereise zu UNHCR-Projekten nach Südamerika

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) bietet in regelmäßigen Abständen Informations- und Recherchereisen für Journalistinnen und Journalisten an, um einen Beitrag zu einem differenzierten Bild über die weltweiten Aufgaben und Herausforderungen der Vereinten Nationen zu leisten.

Cúcuta, Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela. Tausende von Menschen aus Venezuela flüchten weiterhin täglich nach Kolumbien. Photo: UNHCR/Santiago Escobar-Jaramillo

Die aktuelle Lage der Flüchtlinge aus Venezuela
Flucht und Migration in Südamerika haben in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die anhaltenden politischen und sozioökonomischen Entwicklungen in Venezuela haben zur Flucht von schätzungsweise drei Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner in die Nachbarländer und darüber hinaus geführt. Die Zahl der Ankünfte in den Nachbarstaaten ist seit Anfang 2018 kontinuierlich auf 5000 Menschen pro Tag gestiegen. Es handelt sich hierbei um die größte von Menschen verursachte Vertreibung in der Geschichte Lateinamerikas.

Im Herbst 2018 ist die Situation noch dramatischer geworden. In Kolumbien, dem Land, das am stärksten betroffen ist, leben momentan mehr als eine Million Venezolaner. Peru ist ein weiteres Land, das geflüchtete Menschen aus Venezuela aufnimmt. Die nördliche Grenze zwischen Peru und Ecuador in der Nähe der peruanischen Stadt Tumbes ist der wichtigste Ankunftsort für Venezolaner. Seit Anfang 2018 haben nach offiziellen Angaben des UNHCR rund 63 000 Menschen pro Monat diesen Weg zurückgelegt. Das UNHCR hat Ende 2017 eine Präsenz in der Stadt Tumbes aufgebaut und koordiniert die Notfallmaßnahmen, indem es Trinkwasser, Babykoffer, Hygienesets, gesundheitliche und psychosoziale Unterstützung, Rechtsorientierung, bargeldlose Hilfe, Unterkunft und Transportunterstützung bereitstellt.

Die Situation der Flüchtlinge ist sehr unterschiedlich. Einige beantragen das Asyl in Staaten, in die sie gekommen sind. Beispielsweise bearbeiten die peruanischen Behörden in Tumbes ungefähr 1000 Asylanträge pro Tag. Eine beträchtliche Anzahl von Venezolanern befindet sich jedoch nach wie vor in einer irregulären Situation ohne Dokumentation oder Aufenthaltsgenehmigung, einschließlich derjenigen, die aufgrund bürokratischer Hindernisse, langer Wartezeiten oder hoher Antragsgebühren keinen Asylantrag stellen können. Dies macht sie besonders anfällig für Erpressung Ausbeutung, Forderungen, Gewalt, Menschenhandel, sexuellen Missbrauch und Diskriminierung.

Die Frage nach einer langfristigen Lösung für alle betroffenen Staaten in der betroffenen Region ist momentan von hoher Aktualität. Mit welchen Herausforderungen sieht sich der UNHCR konfrontiert? Wie kann die konkrete Lebenssituation der venezuelischen Flüchtlinge verbessert werden? Wie ändert sich die Situation in den Aufnahmeländern und welche Auswirkung hat sie für die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort? Diesen und weiteren Fragen will sich die Journalistenreise widmen.

Reisezeitraum und Programm
Die Reise findet vom 16.03–24.03.2019 (+/- 1 Tag) statt. Zunächst führt die Reise über Bogotá an die Grenze zu Venezuela und weiter nach Peru. Die Aufnahmeorte Cúcuta und Tumbes werden voraussichtlich ebenfalls besucht. Im Mittelpunkt der Reise werden Gespräche mit UN-Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie Entwicklungsfachleuten stehen, überdies Besuche und Gespräche mit geflüchteten Menschen vor Ort. Genaue Angaben zur Reiseplanung folgen. Abweichungen der Flüge und der genauen Reiseplanung können sich aus organisatorischen Gründen noch ergeben.

Reisestipendium und Kosten
Für die Mitreisenden fällt ein Eigenbeitrag in Höhe von 300,00 € an, der von den jeweiligen Heimatredaktionen, Arbeitgebern oder den Reisenden übernommen werden kann. Die darüberhinausgehenden Kosten der Reise (Flüge, Unterbringung/Frühstück sowie Transfer- und weitere programmbezogene Kosten vor Ort) werden von der DGVN aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) übernommen. Weitere Kosten des Aufenthalts – zum Beispiel für Mahlzeiten oder sonstige im Zusammenhang mit der Reise entstehende Kosten (Impfungen etc.) – müssen von den jeweiligen Heimatredaktionen, Arbeitgebern oder den Reisenden getragen werden. Da die DGVN nicht als Reiseveranstalter im Sinne des §§ 651a ff. BGB anzusehen ist, akzeptieren alle Reisende gegenüber der DGVN jeglichen Haftungsausschluss.

Bewerbung und Bewerbungsfrist
Sollten Sie als verantwortliche/r Leiter/in eines regional oder national etablierten Mediums Interesse an der Teilnahme haben, freuen wir uns über eine schriftliche Bewerbung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst aus Ihrem festen Redaktionsstamm. Der Bewerbung beizufügen ist ein Motivationsschreiben mit einer Auflistung möglicher journalistischer Beiträge im Nachgang der Reise sowie
•    drei Arbeitsproben,
•    ein tabellarischer Lebenslauf,
•    eine Einverständniserklärung des Arbeitgebers/Mediums, den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin für die Dauer der Reise freizustellen und die journalistischen Beiträge in Folge der Reise zeitnah zu veröffentlichen.

Die Bewerbung kann per E-Mail an Dr. Alfredo Märker (maerker@dgvn.de) übersendet werden. Die Bewerbungsfrist endet am 18. Januar 2019. Über die Auswahl der Reisenden entscheidet die DGVN. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per E-Mail oder telefonisch unter 030-259375-0 zur Verfügung. Weitere Informationen – auch zu unseren zurückliegenden Journalistenreisen – finden Sie unter www.dgvn.de/aktivitaeten/mitglieder-und-recherchereisen/