Bougainville: Der nächste unabhängige Staat? - Selbstbestimmung, Extraktivismus und Geopolitik

Im Südpazifik könnte mit der Insel Bougainville demnächst ein neuer unabhängiger Staat entstehen, der 194. Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. 2019 stimmten in einem Referendum 97,7% der Bevölkerung der Autonomen Region für die Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea. Die Regierung von Bougainville hat sich zum Ziel gesetzt, die Unabhängigkeit in den nächsten Jahren zu vollziehen. Bougainvilles Souveränität würde den vorläufigen Höhepunkt eines bemerkenswert erfolgreichen Friedensprozesses darstellen. Doch noch ist der Ausgang dieses Prozesses offen und ein mögliches Scheitern birgt das Potenzial für ein Wiederaufleben des langjährigen Konfliktes.
Die Geschichte Bougainvilles ist eng mit der deutschen Kolonialvergangenheit verbunden: Von 1886 bis 1914 gehörte die Insel zu Deutsch-Neuguinea. Im Jahre 1949 wurde Bougainville Teil des australischen Mandatsgebiets Papua-Neuguinea, welches 1975 seine Unabhängigkeit erlangte. Zwischen 1989 und 1997 kam es zu einem gewaltsamen Konflikt, bei dem rund 20.000 Menschen ihr Leben verloren. Der Ursprung der Krise lag in den Auseinandersetzungen um den Tagebau der Panguna-Mine, der damals weltweit größten Kupfer- und Goldmine. Die Bundesrepublik Deutschland gehörte zu den wichtigsten Kupferimporteuren. 1989 wurde die Mine aufgrund der Kämpfe geschlossen.
Mit dieser Veranstaltung wollen wir nach zentralen Faktoren im Friedens- und Unabhängigkeitsprozess Bougainvilles fragen, Deutschlands historische Verantwortung hervorheben, den politischen Dialog mit wichtigen Akteuren fördern und die Bundesregierung zu einem aktiven und verantwortungsvollen friedenspolitischen Engagement in Bougainville ermutigen. Wir laden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit ein, zusammen mit hochrangigen Gästen aus Bougainville Perspektiven für die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Insel zu diskutieren.
Die Veranstaltung findet mit deutsch-englischer Simultanübersetzung statt.
PROGRAMM
Wir beginnen um 16:00 mit mehreren Inputs zur Geschichte und aktuellen Situation in Bougainville sowie zur Projektarbeit vor Ort und gehen nach einer kurzen Pause um 18:15 Uhr in eine Paneldiskussion mit dem Titel "Bougainville zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung".Die Veranstaltung wird ab ca. 19:45 Uhr mit einem Empfang ausklingen.
Ein ausführliches Programm folgt in Kürze.
Beteiligte:
- James Tanis, Präsidentialgesandter für Internationale Beziehungen, Autonome Regierung Bougainville
- Theonila Roka Matbob, Politikerin und Aktivistin, Bougainville
- Dr. Serge Loode, Direktor des Peace and Conflict Studies Institute (PaCSIA), Australien
- n.n., Auswärtiges Amt
- Ellen Demuth MdB, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
- Prof. Dr. Rafael Biermann, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena
- Christopher Brucker, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena
- Corinna Broeckmann, Regionalreferentin für Ozeanien, Misereor
- Martin Krieg, Direktor Engagement und Kommunikation, Brot für die Welt
- Amelie Overmann, Referentin Frieden und Sicherheit, Brot für die Welt
- Eckart Garbe, Vorsitzender,Pazifik-Netzwerk
- Oliver Hasenkamp, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), stellv. Vorsitzender Pazifik-Netzwerk
ANMELDUNG
Anmeldung bitte bis zum 01.10.2026 über dieses Anmeldeformular von Brot für die Welt.
Veranstalter
Brot für die Welt
Misereor
Friedrich-Schiller-Universität Jena
in Kooperation mit:
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)
Pazifik-Netzwerk
Veranstaltungsadresse
Brot für die Welt
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin
Kontakt
Amelie Overmann (amelie.overmann@brot-fuer-die-welt.de)
Oliver Hasenkamp (hasenkamp@dgvn.de)