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Bougainville: Der nächste unabhängige Staat? - Selbstbestimmung, Extraktivismus und Geopolitik


Datum: 05.10.2026
Uhrzeit: 16:00h - 20:00h
Ort: Berlin

Die Insel Bougainville könnte der nächste unabhängige Staat werden. In einem Referendum stimmten 97,7% der Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea. Mit Brot für die Welt, Misereor und der Uni Jena lädt die DGVN zu einer Veranstaltung zum Friedens- und Unabhängigkeitsprozess ein.

Im Jahr 2025 traf UN-Generalsekretär António Guterres in Port Moresby den Premierminister von Papua-Neuguinea James Marape und den Präsidenten der Autonomen Region Bougainville Ishmael Toroama. Foto: UN Photo/Seru Kepa

Im Südpazifik könnte mit der Insel Bougainville in wenigen Jahren ein neuer Staat entstehen, der 194. Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. 2019 stimmten in einem Referendum 97,7% der Bevölkerung der Autonomen Region für die Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea. Die Autonome Regierung Bougainvilles und die Regierung Papua-Neuguineas haben sich auf eine Übergangsperiode geeinigt, in deren Verlauf sukzessive Regierungskompetenzen vom Zentralstaat abgetreten werden sollen, bis Bougainville die volle Unabhängigkeit erlangt. Auch wenn viele Fragen ungeklärt bleiben, wäre dies der vorläufige Endpunkt eines bemerkenswert erfolgreichen Friedensprozesses. Internationale Akteure sind nun gefordert, Bougainvilles möglichen Übergang zum nächsten unabhängigen Staat und 194. Mitglied der Vereinten Nationen zu begleiten.

Die Geschichte Bougainvilles ist eng mit der deutschen Kolonialvergangenheit verbunden: Von 1886 bis 1914 gehörte die Insel zu Deutsch-Neuguinea. Im Jahre 1949 wurde Bougainville Teil des australischen Mandatsgebiets Papua-Neuguinea, welches 1975 seine Unabhängigkeit erlangte. Zwischen 1989 und 1997 kam es zu einem gewaltsamen Konflikt, bei dem rund 20.000 Menschen ihr Leben verloren. Der Ursprung der Krise lag in den Auseinandersetzungen um den Tagebau der Panguna-Mine, der damals weltweit größten Kupfer- und Goldmine. Die Bundesrepublik Deutschland gehörte zu den wichtigsten Kupferimporteuren. 1989 wurde die Mine aufgrund der Kämpfe geschlossen.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir nach zentralen Faktoren im Friedens- und Unabhängigkeitsprozess Bougainvilles fragen, Deutschlands historische Verantwortung hervorheben, den politischen Dialog mit wichtigen Akteuren fördern und die Bundesregierung zu einem aktiven und verantwortungsvollen friedenspolitischen Engagement in Bougainville ermutigen. Wir laden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit ein, zusammen mit hochrangigen Gästen aus Bougainville Perspektiven für die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Insel zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet mit deutsch-englischer Simultanübersetzung statt.

 

PROGRAMM

Wir beginnen um 16:00 mit mehreren Inputs zur Geschichte und aktuellen Situation in Bougainville sowie zur Projektarbeit vor Ort und gehen nach einer kurzen Pause um 18:15 Uhr in eine Paneldiskussion mit dem Titel "Bougainville zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung".Die Veranstaltung wird ab ca. 19:45 Uhr mit einem Empfang ausklingen. 

Ein ausführliches Programm folgt in Kürze. 


Beteiligte:

  • James Tanis, Präsidentialgesandter für Internationale Beziehungen, Autonome Regierung Bougainville
  • Barbara Tanne, Bougainville Women's Federation (tbc)
  • Dr. Serge Loode, Direktor des Peace and Conflict Studies Institute (PaCSIA), Australien
  • Dr. Andreas Prothmann, ehem. Botschafter in Fidschi und Sondergesandter des Auswärtigen Amtes für die Pazifischen Inselstaaten
  • Ellen Demuth MdB, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
  • Prof. Dr. Rafael Biermann, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena
  • Corinna Broeckmann, Regionalreferentin für Ozeanien, Misereor
  • Christopher Brucker, Lehrstuhl Internationale Beziehungen, Universität Jena
  • Amelie Overmann, Referentin Frieden und Sicherheit, Brot für die Welt
  • Eckart Garbe, Vorsitzender,Pazifik-Netzwerk
  • Martin Krieg, Direktor Engagement und Kommunikation, Brot für die Welt
  • Oliver Hasenkamp, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), stellv. Vorsitzender Pazifik-Netzwerk

 

 

ANMELDUNG

Anmeldung bitte bis zum 30.09.2026 über dieses Anmeldeformular von Brot für die Welt.


Veranstalter

Brot für die Welt
Misereor
Friedrich-Schiller-Universität Jena

in Kooperation mit:
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)
Pazifik-Netzwerk


Veranstaltungsadresse

Brot für die Welt
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin


Kontakt

Amelie Overmann (amelie.overmann@brot-fuer-die-welt.de)
Oliver Hasenkamp (hasenkamp@dgvn.de)