Die Plastikkrise, die UN und wir vor Ort: Wie globale Politik und lokales Engagement zusammenwirken

Die globale Plastikkrise ist ungelöst und stellt ein erhebliches Gesundheits- und Umweltrisiko dar. Im März 2027 sollen die Verhandlungen über ein UN-Plastikabkommen wieder aufgenommen werden. Doch auch lokale Initiativen leisten einen entscheidenden Beitrag, indem sie sich für einen bewussten Umgang mit Kunststoffen einsetzen. Die DGVN und Precious Plastic Berlin laden zu einer Podiumsdiskussion mit anschließendem Workshop ein.
Jährlich werden weiterhin mehr als 460 Millionen Tonnen neues Plastik produziert. Davon gelangen schätzungsweise 20 Millionen Tonnen in die Umwelt. Die Folgen für die Umwelt und den Menschen sind gravierend: Forschende weisen zunehmend Mikroplastik im menschlichen Körper nach, darunter auch im Gehirn.
Um der Plastikkrise und ihren Gesundheitsauswirkungen zu begegnen, benötigt es ein rechtsverbindliches internationales Abkommen zur Regulierung der Plastikproduktion und Eindämmung der Plastikverschmutzung. Die Verhandlungen sind im August 2025 nach sechs Verhandlungsrunden am Widerstand der USA und anderer ölproduzierender Staaten gescheitert. Eine Mehrheit der verhandelnden Staaten befürwortete hingegen ein Abkommen. Seit August 2026 liegt ein neuer, abgeschwächter Entwurfstext für ein Abkommen vor, über den ab März 2027 verhandelt werden soll.
Programm
Sie sind herzlich eingeladen, ab 17:00 Uhr am Veranstaltungsort einzutreffen, bei einem Getränk anzukommen und sich auf die Veranstaltung einzustimmen.
Ab 17:30 Uhr widmet sich ein Podium der Frage, wie die Plastikkrise global eingedämmt werden kann. Diskutiert werden der Stand der UN-Verhandlungen, die Lehren aus den gescheiterten Verhandlungen und welche Chancen und Herausforderungen die Neuauflage bietet. Zugleich richtet sich der Blick auf die konkreten Auswirkungen der Plastikkrise. Dabei soll auch deutlich werden, wie internationale Entscheidungen und lokales Handeln zusammenwirken können.
Podiumsgäste:
- Dr. Axel Borchmann, Leiter des Referats W II 4 (Naturverträgliche blaue Wirtschaft, Meeresnutzungen in Nordsee und Ostsee) im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
- Dr. Melanie Bergmann, Biologin, Alfred-Wegener-Institut
- Tom Kurz, Referent für Internationale Chemikalien- und Plastikpolitik, Forum Umwelt und Entwicklung
Ab ca. 18:30 Uhr führt Precious Plastic Berlin einen Workshop durch, der einen praktischen und kreativen Zugang zum Rohstoff Plastik vermittelt. Unter anderem können interessierte Teilnehmende folgende Aktivitäten ausprobieren:
- Kunststoff gießen und mit einem Injektor Alltagsgegenstände herstellen
- 3D-Druck erleben und 3D-Druckreste recyclen
- Kreatives Arbeiten mit dem Filamentstift
Für das Projekt verwendet Precious Plastic Berlin ausgewählte gespendete Kunststoffreste aus der industriellen Produktion in Berlin und Umgebung.
Anmeldung
Wir bitten um Anmeldung über dieses Formular.
Veranstalter
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
Precious Plastic Berlin e.V.
Veranstaltungsadresse
Haus der Materialisierung
Otto-Braun-Straße 70-72
10178 Berlin-Mitte
Das Haus der Materialisierung ist in wenigen Gehminuten vom Alexanderplatz erreichbar. Wenn Sie vor dem Finanzamt Mitte/Tiergarten stehen, gehen Sie ca. 50 Meter weiter in Richtung Mollstraße. Sie erkennen das Haus der Materialisierung an seinem runden weißen Dach. Bitte beachten Sie, dass Navigations-Apps den Ort teils nicht korrekt anzeigen.