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Youth for CSW

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen fördert seit 2017 die Teilnahme von zwei Jugend­beobach­terinnen mit ausgewiesener fach­licher Expertise auf dem Gebiet der Gender­gerech­tig­keit an der Sitzung der Frauen­rechts­kommission (FRK, engl. Commission on the Status of Women, CSW).

UN Photo/ Manuel Elias

Die DGVN bietet jungen Menschen, die sich in Deutschland aktiv für eine gendergerechte Welt einsetzen, die Gelegenheit, die Arbeit der Vereinten Nationen bei der Frauenrechtskommission live zu erleben. Die beiden ausgewählten „UNA Gemany Youth Observer“ lernen in fünf bis sieben Tagen die Themen, Akteure und Prozesse auf internationaler Ebene intensiv kennen, bringen ihre eigene Expertise ein und knüpfen wichtige Kontakte für ihre weitere Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene.

Das Programm „Youth for CSW“ umfasst die Teilnahme an der Frauenrechtskommission. Die Vorbereitung und Begleitung durch das DGVN-Generalsekretariat und Ehrenamtliche mit UN-Expertise sind Teil des Programms. Die beiden „UNA Germany Youth Observer“ arbeiten auch mit dem Arbeitskreis Gendergerechtigkeit in der DGVN zusammen. Ein weiterführendes Engagement in den Projekten der DGVN ist willkommen.

Das Thema Gendergerechtigkeit hat seit dem Jahr 2017 einen festen Platz in der Arbeit der DGVN. Die beiden Teilnehmenden des Programms werden während und nach der Frauenrechtskommission über relevante Kanäle und Netzwerke über ihre Erkenntnisse und Erfahrungen und sie in den Monaten danach aktiv an junge Menschen vermitteln.

Youth for CSW 2023

Vom 6. bis 17. März 2023 findet die 67. Sitzung der Frauenrechtskommission (Commission of the Status of Women, CSW) statt. Vertreterinnen und Vertreter der UN-Mitgliedstaaten, UN-Organisationen und vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) akkreditierte Nichtregierungsorganisationen aus allen Regionen der Welt sind eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen.

Das Schwerpunktthema 2023 lautet „Innovation und technologischer Wandel sowie Bildung im digitalen Zeitalter zur Erreichung der Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung der Rolle aller Frauen und Mädchen".

Die DGVN entsendet erneut zwei junge Menschen als UNA Germany Youth Oberserver, um die Arbeit der CSW kennenzulernen und sich für Jugendthemen einzusetzen.

 

2022 haben Carlotta Stintzing und Leonie Wanner als Youth Observer an der 66. Frauenrechtskommission teilgenommen.

Carlotta Stintzing

Ich heiße Carlotta und bin 23 Jahre alt. Im Sommer 2021 habe ich in Stuttgart mein Bachelorstudium in Kommunikationswissenschaften und Crossmedia-Redaktion abgeschlossen.

Das Thema Gendergerechtigkeit zieht sich bei mir durch alle Lebensbereiche: Schon seit meiner frühen Jugend engagiere ich mich für die Gleichberechtigung von Frauen, beispielsweise in Form kostenloser Nachhilfestunden für junge Mädchen mit Fluchtgeschichte. Seit über drei Jahren setze ich mich bei der NGO "ohhh! foundation" für eine offenere und vorurteilsfreiere Gesellschaft ein. Wir helfen jungen Mädchen und Frauen, sich in ihrer Haut wohler zu fühlen, mutiger zu werden und sich nicht unterkriegen und einschüchtern zu lassen. Bis heute begleiten mich täglich Bücher, Podcasts und Dokumentationen, die sich mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen.

Besonders zwei Dinge sind mir für die Teilnahme an der CSW wichtig: Zum einen der Austausch mit anderen Frauen, um so viele verschiedene Erfahrungen, Blickwinkel und Geschichten wie möglich kennenzulernen. Zum anderen möchte ich diese Einblicke nach außen tragen, um besonders junge Menschen über das Thema zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren. Ich würde mich freuen, wenn ich mit meiner Arbeit nicht nur junge Frauen, sondern auch Männer erreiche, da eine geschlechterübergreifende Zusammenarbeit notwendig ist, um einen langanhaltenden Fortschritt in der Gesellschaft zu erreichen.

Ich freue mich sehr darauf, die Prozesse innerhalb der DGVN kennenzulernen, mich darin weiterzuentwickeln und mit anderen engagierten Menschen international zusammenzuarbeiten.

Leonie Wanner

Leonie_Wanner_2021

Ich bin Leonie, 23 Jahre alt und studiere im Master Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt/Main und Darmstadt.

Gendergerechtigkeit spielt in meinem Leben eine elementare Rolle. Grundbaustein meines Verständnisses von Gendergerechtigkeit ist dabei die Intersektionalität, also die Verschränkung von Sexismus – Klassismus – Rassismus (- …).

Seit langem widme ich mein akademisches, berufliches und persönliches Leben dem Engagement für Gendergerechtigkeit sowie der Überwindung patriarchaler Strukturen und anderer menschenfeindlicher Konstrukte und setze mich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein. In meinem Studium reflektiere ich feministische und postkoloniale Ansätze. Beruflich engagiere ich mich ebenfalls in diesem Themenspektrum: als Teamerin in der Rechtsextremismus- und Antisemitismusprävention, als ehemalige Praktikantin im Fachbereich Frauen und Politik in der Landeszentrale für politische Bildung, oder aktuell als  Praktikantin bei der international agierenden Frauenfriedensorganisation Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF). Zuletzt ist Gendergerechtigkeit auch in meinem ehrenamtlichen Engagement verwurzelt: Als Mitgründerin eines Arbeitskreises gegen Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Mitglied bei WILPF. Aber auch als Teil einer Jugenddelegation für die Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages. Einerseits setze ich mich hier für die Anerkennung der Auswirkungen von Atomwaffen und Urananreicherung auf Frauen und andere marginalisierte Gruppen ein, andererseits werbe ich für die Implementierung einer feministischen Außenpolitik.

Mein Ziel für die Teilnahme an der Frauenrechtskommission ist es, insbesondere junge Menschen zu der Sitzung mitzunehmen, sie für das Thema zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass es Spaß macht, sich für politischen Wandel und die eigenen Ideale einzusetzen. Außerdem möchte mich mit anderen zivilgesellschaftlichen Repräsentantinnen und Repräsentanten austauschen und beobachten, wie mit intersektionalen Ansätzen und den klimabedingten Auswirkungen auf LGBTIQ+ - Personen, indigene Menschen und Frauen und andere marginalisierte Gruppen in Konflikt- und Kriegsgebieten umgegangen wird.

Beiträge zur CSW und Gendergerechtigkeit


  • Vor einigen Zuhörerinnen auf Stühlen steht eine weißbekleidete Frau und zeigt auf Poster, die detaillierte Innenansichten von menschlichen Geschlechtsorganen zeigen.

    Weltbevölkerungsbericht 2022: Die Krise unbeabsichtigter Schwangerschaften

    Jede Schwangerschaft sollte gewollt sein, so die Idealvorstellung des Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Doch die Realität sieht anders aus: Fast die Hälfte aller Schwangerschaften sind nicht beabsichtigt. mehr

  • Wladimir Putin sitzt mit nacktem Oberkörper und Sonnenbrille entspannt zurückgelehnt vor einem See.

    Debatte: Hypermaskulinität im Russland-Ukraine-Krieg

    Auch Geschlechterstereotype spielen eine Rolle in zwischenstaatlichen Verhältnissen. Warum wir uns mit „Männlichen Staaten“ befassen müssen – und weshalb die Diskussion über mehr Wehrhaftigkeit uns nicht den Blick verstellen darf. Ein Meinungsbeitrag. mehr

  • Eine Frau in blauem Kleid spricht auf einem Rehdnerinnenpult in ein Mikrofon, an dem das UN-Logo angebracht ist.

    Die Geschlechterdimension von Krieg und Frieden

    Für Frauen sind die Folgen von Kriegen oft besonders schlimm, zugleich tragen sie eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Frieden. Auch in Putins Krieg gegen die Ukraine wird der Zusammenhang zwischen Geschlecht, Frieden und Sicherheit deutlich, auf den auch die UN-Resolution 1325 eingeht. mehr