Menü

Die DGVN trauert um ihr Ehrenmitglied Professor Klaus Hüfner

Die DGVN trauert um Prof. Dr. Klaus Hüfner, der über Jahrzehnte hinweg in verschiedensten Aufgaben und Funktionen die Gesellschaft geprägt hat. In Anerkennung seiner großen Verdienste hatte die DGVN-Mitgliederversammlung ihn im letzten Jahr zum ersten Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt.

Foto: DGVN/Frank Peters

Sein Wirken war sowohl im zivilgesellschaftlichen als auch im akademischen Bereich von herausragender Bedeutung für die Arbeit der DGVN. Klaus Hüfner trat der DGVN 1957 bei – nur fünf Jahre, nachdem sich die Gesellschaft in Westdeutschland gegründet hatte. Er übernahm zahlreiche ehrenamtliche Funktionen auf Landesverbands- und Bundesverbandsebene, unter anderem im DGVN-Landesverband Berlin-Brandenburg. Dem Bundesvorstand der Gesellschaft gehörte er von 1964 bis 1995 an, dem Präsidium von 2003 bis 2025. Die kritisch-konstruktive Begleitung der Arbeit der Vereinten Nationen brachte ihn auch zu weiteren herausgehobenen Positionen in der Deutschen UNESCO-Kommission (zuletzt als ihr Präsident in den Jahren 1998 bis 2002) sowie als Präsident und seit 1993 Ehrenpräsident der World Federation of United Nations Associations (WFUNA).

An der Schnittstelle zwischen Hüfners zivilgesellschaftlichem und akademischen Wirken stehen seine Initiativen zur Einrichtung und Profilierung des DGVN-Forschungsrates, den er 1972 zusammen mit Jens Naumann als ‚Forschungsstelle‘ initiierte und den er unter neuem Namen als ‚Forschungsrat‘ 2004 wiederbelebte. Hier widmete sich der ausgebildete Wirtschafts- und Bildungswissenschaftler als ‚Koordinator des Forschungsrates‘ nicht nur seinen Schwerpunktthemen wie der Ressourcenausstattung und Finanzierung internationaler Organisationen oder der Koordination der deutschen UN-Politik, sondern gab wesentliche Impulse zur Etablierung zur Erforschung der Vereinten Nationen als soziale und politische Institution mit Stärken und Schwächen. Nach der Wiedervereinigung bemühte er sich intensiv darum, dass auch die multilateralen Erfahrungen des ostdeutschen Staates nicht in Vergessenheit gerieten. In mehreren Publikationen hat er sich auch um die Historiografie der Gesellschaft verdient gemacht. 

Klaus Hüfner war zugleich ein begnadeter Netzwerker, der verschiedenste Menschen und Gruppen zusammenbringen konnte. Seine ungewöhnliche Mischung aus ausgleichendem Charakter und zielstrebiger Vorgehensweise hat nicht nur die DGVN bei mehreren verbandsinternen Herausforderungen und Reformen nutzen können. Ein wichtiger Aspekt seines Wirkens wird dabei in der Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen deutlich, die er als stets zugewandter Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses in das Feld der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Vereinten Nationen geführt hat. Seine Beiträge zu grundsätzlichen und konkreten Herausforderungen für das System der Vereinten Nationen waren sowohl von Prinzipienfestigkeit als auch von Realitätssinn geprägt. Seine multilaterale Überzeugung beförderte die Debatte innerhalb und außerhalb der DGVN und setzte immer wieder notwendige, neue Impulse. 

Über das akademische Wirken hinaus hat Klaus Hüfner sowohl unterschiedliche Regierungen und Ministerien als auch verschiedenste parlamentarische Gruppen und Gremien beraten. Seine Expertise und sein Rat wurden weit über die DGVN-Mitgliedschaft hinaus geschätzt. Aus den vielen Ehrungen, die Klaus Hüfner verliehen wurden, illustrieren im Besonderen die Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille (1998) der DGVN, deren Namensgeber Klaus Hüfner in Geist und Werk verbunden war, als auch das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (2011) die außergewöhnliche Wertschätzung seines Engagements.

Mit dem Tod Klaus Hüfners am 8. November 2025 verliert die DGVN einen zentralen Akteur ihres Wachsens und Wirkens in den letzten Jahrzehnten. Sie wird ihm und den vielen Initiativen, die von ihm ausgingen und weiterwirken, ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Prof. Dr. Manuel Fröhlich
Mitglied des Präsidiums und des Forschungsrats der DGVN