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Ergebnisse der Mitgliederversammlung 2025

Auf ihrer Jahresversammlung 2025 haben sich die DGVN-Mitglieder mit wichtigen aktuellen Themen auseinander­­­gesetzt und Forderungen an die Bundesregierung zu Verhandlungen um ein UN-Plastikabkommen sowie die Unterstützung der internationalen Koalition für eine Reform der UN-Charta beschlossen.­

Mitglieder der DGVN stehen im Friedenssaal im historischen Rathaus Osnabrück und verfolgen die Begrüßung der ihnen gegenüber stehenden Oberbürgermeisterin Katharina Pötter
Foto: Angela von Brill

Die Mitglieder der Deutschen Gesell­schaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) kamen am 25. Oktober 2025 in Osnabrück zur XXXIX. Mitglieder­versamm­lung des Vereins zusammen.

Bereits am Vortag, dem 80. Gründungstag der Vereinten Nationen und dem Jahres­tag der Unter­zeichnung des West­fälischen Friedens in Münster und Osnabrück, trafen sie sich auf Einladung von Ober­bürger­meisterin Katharina Pötter zu einem Empfang im Historischen Rathaus der Friedens­stadt Osnabrück, welche selbst langjähriges Mitglied der DGVN ist. Diesem folgte ein anregendes Podiums­gespräch zur Zukunft der Vereinten Nationen in einer sich wandelnden Welt­ordnung mit einem Video-Impuls von Boris Pistorius, Bundes­minister der Verteidigung, sowie mit zwei erfahrenen Fach­leuten aus UN-Friedens­missionen: Dr. Daniela Kroslak, Beigeordnete UN-General­sekretärin, und Martin Kobler, Botschafter a.D.

In der Versammlung befassten sich die Mitglieder unter anderem mit den Berichten des Vorsitzenden Dr. Ekkehard Griep und anderer Gremien und fassten einem Beschluss zur Aktualisierung der Vereins­satzung. In einem erstmals angebotenen und gut angenommenen Markt der Möglich­keiten hatten sie zudem die Gelegen­heit, sich gegenseitig über Aktivitäten zu informieren und zu vernetzen. Im Rahmen­programm diskutierten sie Ziele und Heraus­forderungen der deutschen UN-Politik mit Holger Dreiseitel, Leiter des Stabs­referats für Internatio­nale Ordnung, Vereinte Nationen und Rüstungs­kontrolle im Auswärtigen Amt. 

Ein zentraler Teil der Mitglieder­versammlung waren die Diskussion zu zwei aktuellen politischen Fragen, zu welchen die Mitglieder auf Antrag von Arbeits­kreisen der DGVN Stellung bezogen. 
 

Foto einer Aktion gegen Plastikverschmutzung: Riesiger Wasserhahn, aus dem ein Berg aus Plastikflaschen und Kunststoffverpackungen wie eine Flut strömt vor einem modernen Gebäude
Foto: UNEP/Artan Jama

Beschluss zu Verhandlungen für ein UN-Plastikabkommen

Vor dem Hintergrund einer globalen Plastikkrise und der im August 2025 gescheiterten Verhandlungen zu einem internatio­nalen Plastik­abkommen befassten sich die Mitglieder mit der Frage, wie es weitergehen soll. Unter Bezug­nahme auf die Agenda 2030 für nach­haltige Entwicklung sprachen sie sich unmiss­verständlich für eine Fortsetzung politischer Gespräche aus und schlossen sich mit ihren an die Bundes­regierung gerichteten Forderungen zahlreichen zivil­gesell­schaftlichen Stimmen an, die Druck zur Aufnahme neuer Verhand­lungen machen. 

„Die DGVN fordert die Bundesregierung dazu auf, die internatio­nalen Bemühungen zur Wieder­aufnahme von Verhand­lungen für ein UN-Plastik­abkommen europa­weit und international aktiv zu unterstützen und alle notwendigen Mittel zu ergreifen, um die Staaten schnellst­möglich zurück an den Verhandlungs­tisch zu bringen.

Die DGVN ist der Auffassung, dass ein effektives UN-Plastik­abkommen, welches im Einklang mit den Zielen der Agenda 2030 steht, nur entlang des gesamten Lebens­zyklus von Plastik ansetzen kann.

Daher vertritt die DGVN ferner die Position, dass über Vorgaben zur Wieder­verwertung von Plastik und einer nachhaltigen Entsorgung hinaus eine verbindliche Reduktion der Produktions­menge Kern­stück eines solchen Abkommens sein muss. Nur so können langfristig umwelt- und natur­verträgliche Alternativen wie die Kreis­lauf­wirtschaft gestärkt werden.

Die Bundes­regierung muss Maßnahmen wie eine EU-weite Plastik­steuer realisieren und selbst mit einer eigenen wirksamen Plastik­steuer vorangehen. Die Zahlung der EU-Plastik­steuer in Höhe von jährlich 1,3 Mrd. € durch den Bundes­haushalt wird abgelehnt, sie verschärft die Zerstörung unserer Umwelt durch Plastik.“

Ein UN-Plastik­abkommen ist bedeutsam für die Erreichung mehrerer Ziele für nach­haltige Entwicklung (SDGs): SDG 3 (Gesund­heit und Wohl­ergehen), SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion), SDG 13 (Maßnahmen zum Klima­schutz), SDG 14 (Leben unter Wasser) und SG 15 (Leben an Land). 
 

Eine Hand greift ein Exemplar der Charta der Vereinten Nationen
Foto: F. Peters

Beschluss zur Unterstützung der Article 109 Coalition

Die Mitglieder informierten sich über die Article 109 Coalition, ein inter­nationales Netz­werk von über 40 zivil­gesell­schaftlichen Organisatio­nen und Expertinnen und Experten, das die Mitglied­staaten der Vereinten Nationen dazu mobilisieren will, eine General­konferenz zur Über­prüfung und Aktualisie­rung der UN-Charta nach Artikel 109 einzu­berufen. 

Sie sprachen sich in ihrem Beschluss dafür aus, die Ziel der Koalition zu unter­stützen, die Vereinten Nationen hinsich­tlich Frieden und Sicher­heit, Klimakrise, Menschen­rechten und globaler Teilhabe wirksamer, gerechter und repräsenta­tiver für die Heraus­forderun­gen des 21. Jahr­hunderts zu machen. An den Welt­verband der Gesell­schaften für die Vereinten Nationen (WFUNA), deren Mitglied die DGVN ist, richteten sie das Anliegen, die Koalition ebenfalls zu unterstützen.

„Die DGVN erklärt ihre Unterstützung der internatio­nalen Koalition für eine Reform der UN-Charta und deren Ziel­setzung, dass zwischen­staatliche Beratungen über eine Konferenz zur Über­prüfung und Weiter­entwicklung der Charta der Vereinten Nationen aufgenommen werden.

Sie regt zugleich ihren Welt­dach­verband, die World Federation of United Nations Associations (WFUNA), an, sich der Article 109 Coalition anzuschließen und diese internatio­nale Koalition mit den von ihr vertretenen nationalen Gesel­lschaften für die Vereinten Nationen (UNA) in ihren jeweiligen Staaten aktiv zu unterstützen.“
 

Das Protokoll der Mitglieder­verammlung können Mitglieder unter Verwendung des ihnen zugegangenen Passworts hier einsehen und herunter­laden.