Wasser unter Druck

Wasser, vor allem Süßwasser, ist eine elementare Voraussetzung für menschliche Entwicklung und zugleich eine Ressource, deren Verfügbarkeit zunehmend unter Druck gerät. Mit dem Ziel für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goal – SDG) Nummer 6 haben sich die UN-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis zum Jahr 2030 den Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen sicher-zustellen. Die Bilanz fällt allerdings ernüchternd aus: Laut Angaben der Vereinten Nationen hatten im Jahr 2024 weltweit lediglich 74 Prozent der Menschen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 58 Prozent zu sicherer Sanitärversorgung. Der Klima¬wandel verschärft die Wasserkrise weltweit und macht nachhaltiges Wassermanage¬ment zu einer globalen und sektorübergreifenden Aufgabe. Vor diesem Hintergrund kommt der UN-Wasserkonferenz vom 8. bis 10. Dezember 2026 in Abu Dhabi eine besondere Bedeutung zu. Sie soll die Umsetzung des SDG 6 beschleunigen und die internationale Zusammenarbeit für Wassersicherheit stärken. Die Autorinnen und Autoren im Heft 5/2026 der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN beleuchten vor diesem Hintergrund die Wichtigkeit eines besseren Wassermanagements, stellen Forderungen an die UN-Wasserkonferenz und zeigen auf, wie Wasserkonflikte bearbeitet werden können.
Rund um den Globus wird Süßwasser zunehmend knapp. Das hat auch für Deutschland Folgen, argumentiert Ingrid-Gabriela Hoven. Trotzdem wächst das Bewusstsein dafür erst allmählich. Henk Ovink, Rutgerd Boelens, Johanna Koehler, Tim van Hattum, Barteld Vervelde und Jeroen Vos betonen, dass Bündnisse von Gleichgesinnten Wasser-, Biodiversitäts- und Klimaschutz vorantreiben können, wenn Institutionen untätig bleiben. Für nachhaltige Wirkung braucht es jedoch zu-gleich Mandate, Finanzierung, Schutz und Rechenschaft. Die bevorstehende UN-Wasserkonferenz kann lokale und grenzüberschreitende Maßnahmen mit globaler Wasser-Governance verknüpfen. In der Rubrik ›Drei Fragen an‹ erklärt die Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für Wasser, Retno Marsudi, ihre Aufgabe, und sie macht Vorschläge, wie Wasserressourcen weltweit geschützt und gerecht verteilt werden können. Tobias von Lossow sieht in der Bearbeitung von Konflikten um Wasser eine Schlüsselrolle für die UN.