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Youth for CSW

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen fördert die Teilnahme von zwei jungen Menschen mit ausgewiesener fach­licher Expertise auf dem Gebiet der Gender­gerech­tig­keit an der Sitzung der UN Frauen­rechts­kommission (Commission on the Status of Women, CSW).

UN Photo/ Manuel Elias

Die DGVN bietet jungen Menschen, die sich in Deutschland aktiv für eine gendergerechte Welt einsetzen, die Gelegenheit, die Arbeit der Vereinten Nationen bei der Frauenrechtskommission live zu erleben. Während der Sitzung der FRK lernen die beiden ausgewählten „UNA Germany Youth Delegates“ Themen, Akteurinnen und Akteure sowie Prozesse auf internationaler Ebene intensiv kennen. Sie bringen ihre eigene Expertise ein und knüpfen wichtige Kontakte für ihre weitere Arbeit im nationalen und internationalen Kontext.

Das Programm „Youth for CSW“ umfasst die Teilnahme an einer der in der Regel im März stattfindenden, mehrtägigen Sitzungen der Frauenrechtskommission. Vorbereitung und Begleitung erfolgen durch das DGVN-Generalsekretariat und Ehrenamtliche mit UN-Expertise. Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie während und nach der Sitzung in relevanten Social-Media-Kanälen und Netzwerken über Themen, Ereignisse und Ergebnisse der Sitzung berichten und ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aktiv an junge Menschen vermitteln. Ein weiterführendes Engagement in Projekten der DGVN ist erwünscht.

Die Förderung der Rechte von Frauen und Gleichberechtigung sind zentrale Anliegen der Vereinten Nationen und der DGVN. Die beiden Teilnehmenden des Programms werden während und im Umfeld der Sitzung der Frauenrechtskommission über relevante Kanäle und Netzwerke über ihre Erkenntnisse und Erfahrungen berichten. Sie tauschen sich mit anderen jungen Menschen aus, greifen deren Anliegen auf und bringen sie in ihre Statements und Beiträge ein.

Das Programm wird ermöglicht durch die Unterstützung des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mehr Informationen zur CSW gibt es hier bei UN Women und bei UN Women Deutschland.

Youth for CSW 2026

Jugenddelegierte zur CSW70 Ezgi Gülistan Gül und Samet Beşyaprak

Vom 9. bis zum 20. März 2026 findet die 70. Sitzung der Frauenrechtskommission (Commission of the Status of Women, CSW) statt. Vertreterinnen und Vertreter der UN-Mitgliedstaaten, UN-Organisationen und von durch den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) akkreditierten Nichtregierungsorganisationen aus allen Regionen der Welt sind eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen.

Schwerpunkt der Sitzung ist die Sicherstellung und Stärkung des Zugangs zur Justiz für alle Frauen und Mädchen, unter anderem durch die Förderung inklusiver und gerechter Rechtssysteme, die Abschaffung diskriminierender Gesetze, Politiken und Praktiken sowie die Beseitigung struktureller Barrieren. 

Zur 70. Sitzung der Frauenrechtskommission entsendet die DGVN erneut zwei junge Menschen als „UNA Germany Youth Delegates“, damit sie die Arbeit der CSW kennenlernen und sich für Themen einzusetzen können, die aus Sicht junger Menschen von besonderer Bedeutung sind.

Ezgi Gülistan Gül

Hi! Ich bin Ezgi-Gülistan, 24 Jahre alt, und habe Sociology, Politics and Economics an der Zeppelin Universität am Bodensee sowie an der American University of Armenia studiert.

Als deutsch-kurdische Frau war ich früh für Fragen der Gleichstellung sensibilisiert. Die kurdische Frauenbewegung hat mit „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) weltweit Maßstäbe gesetzt. Viele kennen den Ruf seit den Protesten 2022 nach dem Tod von Jina Amini. Für mich bedeutet dieser Grundsatz mehr als einen politischen Slogan. Er erinnert daran, dass ohne Geschlechtergerechtigkeit keine demokratische Gesellschaft existieren kann und dass Resilienz im Privaten beginnt, in Familien, in alltäglichen Auseinandersetzungen um Sicherheit und Freiheit.

Die Realität zeigt, welchen Gefahren Frauen und Mädchen heute analog wie digital weiterhin ausgesetzt sind. Doch sie sind nicht nur Betroffene, sondern treibende Kräfte gesellschaftlichen Fortschritts. Mein Engagement setzt da an, wo marginalisierte Stimmen gehört, ernst genommen und in politisches Handeln übersetzt werden. Allen voran die Stimmen von Frauen und Mädchen.

Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb, bevor mein Studium mich an den Bodensee und anschließend nach Kampala, Sarajevo, Yerevan und Kurdistan führte. Diese Aufenthalte haben meinen Blick für die sozialen und historischen Strukturen geschärft, die Zugehörigkeit ermöglichen oder systematisch verwehren. In meiner Forschung beschäftige ich mich mit staatlicher Gewalt, Verleugnung und Erinnerungspolitik. Mich interessiert, wie Menschen in post-genozidalen und post-konfliktgeprägten Räumen Identität, Sicherheit und Handlungsspielräume navigieren, besonders in Zeiten geopolitischer Umbrüche.

Ob im Deutschen Bundestag, bei Amnesty International oder in zivilgesellschaftlichen Projekten: Für mich zählt, dass Menschenrechte im Alltag spürbar werden. Besonders wichtig sind mir die Perspektiven und die politische Handlungsfähigkeit minorisierter Frauen und Mädchen. Denn sie tragen die Hauptlast struktureller Ungleichheit analog wie im digitalen Raum, wo Hass, Überwachung und sexualisierte Gewalt neue Formen annehmen und alte Muster reproduzieren.

Als Jugenddelegierte Deutschlands zur UN-Frauenrechtskommission möchte ich daran arbeiten, diese Erfahrungen in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen. Dafür möchten wir mit jungen Frauen, migrantischen Communities, erster Generationen und anderer marginalisierter Gruppen sprechen.

Das diesjährige Schwerpunktthema „Zugang zu Recht für Frauen und Mädchen“ betrifft weit mehr als juristische Verfahren. Es betrifft Sprache, Sicherheit, Sichtbarkeit, Zugehörigkeit. 

Zugang zum Recht bedeutet, dass Gesetze nur so stark sind wie die Institutionen, die sie umsetzen.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Samet möchte ich die Perspektiven junger Menschen aus Deutschland nach New York tragen und deutlich machen: Geschlechtergerechtigkeit ist keine Randfrage, sondern die Grundlage jeder demokratischen Ordnung. Und sie gelingt nur, wenn diejenigen einbezogen werden, die die Folgen von Ungleichheit jeden Tag erfahren.

Samet Beşyaprak

Hey! Ich bin Samet, 24 Jahre alt, und studiere Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Meine Wurzeln liegen in Gelsenkirchen, im Ruhrpott. Hier habe ich gelernt, was Gemeinschaft und Einsatz für Gerechtigkeit bedeuten. Hier hat mein Engagement für Geschlechtergerechtigkeit begonnen. Internationale Erfahrungen in New York City und San Antonio, Texas, haben diese Perspektive weiter vertieft.

Ich bin dort aktiv, wo Menschen zusammenkommen: auf der Straße, in Schulen, im direkten Gespräch. Ob ich feministische Kampftage mitorganisiere, Aktionen gegen Catcalling plane oder mit Schulklassen über Diskriminierung spreche, in der Begegnung mit Passant*innen, Jugendlichen und Betroffenen zeigt sich für mich immer wieder, dass Veränderung im Dialog beginnt.

Aus dieser Überzeugung arbeite ich heute als politischer Bildner. An Schulen, für NGOs und Organisationen mache ich komplexe soziale Fragen in Anti-Diskriminierungsworkshops greifbar. Meine Haltung ist dabei klar: Echte Gerechtigkeit ist intersektional. Als Mann bedeutet das, die eigene patriarchale Sozialisation und Privilegien ständig zu hinterfragen. Allyship ist keine Selbstbeschreibung, sondern muss kontinuierlich Praxis sein. Verbündeter zu sein heißt: zuhören, Verantwortung übernehmen und Räume für andere öffnen.

Als Jugenddelegierter zur UN-Frauenrechtskommission bringe ich genau diesen Ansatz mit. Ich möchte junge Männer mitnehmen und zeigen, dass Geschlechtergerechtigkeit uns alle angeht. Sie wird nur Wirklichkeit, wenn auch privilegierte Gruppen bereit sind, Macht zu teilen.

Das diesjährige Thema, der Zugang zu Gerechtigkeit für alle Frauen und Mädchen ist dafür zentral. Es geht darum, Diskriminierung sichtbar zu machen, Rechtssysteme gerechter zu gestalten und Barrieren abzubauen.

Gemeinsam mit Ezgi trage ich die Sorgen, Wünsche und Hoffnungen junger Menschen aus Deutschland nach New York. Denn unsere Generation hat eine klare Forderung: Nicht für uns soll entschieden werden, sondern mit uns.

Youth for CSW 2025

Jugendbeobachterinnen zur CSW69 Ivette Félix Padilla und Lena Elsa Droese

Vom 10. bis 21. März 2025 fand die 69. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission (Commission of the Status of Women, CSW) statt. Die Jugendbeobachterinnen zur CSW69 waren Ivette Félix Padilla und Lena Elsa Droese.

In diesem Jahr war die Sitzung besonders bedeutsam, da sie den 30. Jahrestag der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform markierte, die 1995 auf der Vierten Weltfrauenkonferenz verabschiedet worden war. Dieses wegweisende Dokument definiert zwölf Schlüsselbereiche, in denen Maßnahmen zur Stärkung von Frauen erforderlich sind. Schwerpunkt der Sitzung war eine umfassende Überprüfung und Bewertung der Fortschritte bei der Umsetzung der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform.

Youth for CSW: Weitere Ehemalige

2024 (CSW68): Karen Kuntze und Louisa Hadadi

2023 (CSW67): Melina Rozehkhan und Roberta Bojang

2022 (CSW66): Leonie Wanner und Carlotta Stintzing

2021 (CSW65): Nora Teuma und Sophie Gepp

2019 (CSW63): Lisa-Marie Darras und Evein Obulor

2018 (CSW62): Shila Block und Frederike Booke 

2017 (CSW61): Tiaji Sio und Eva Ritte 

Beiträge zur CSW und Gendergerechtigkeit


  • Die Jugendbeobachterinnen der DGVN mit UN Assistant Secretary-General und Deputy Executive Director von UN Women Lakshmi Puri

    Die DGVN-Jugendbeobachterinnen bei der 61. UN-Frauenrechtskommission und dem Jugendforum

    Dieses Jahr schickte die DGVN erstmalig zwei Jugendbeobachterinnen zur 61. Frauenrechts-kommission und zum vorgeschalteten Jugendforum. Als Jugendvertreterinnen wurden Tiaji Sio und Eva Ritte für eine Woche nach New York geschickt. Sie berichten von ihren Erlebnissen. mehr

  • Eine Gruppe von Frauen des Globalen Südens trägt Gegenstände auf ihren Köpfen.

    Chancen und Gefahren für Frauen in der Tourismusbranche

    Frauen machen die Betten in Londoner Hotelzimmern, Frauen verkaufen die Souvenirs auf Nairobis Straßen, Frauen schrubben die Böden in Buenos Aires' Bars: Mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer arbeiten weltweit in der Tourismusbranche. Besonders in wirtschaftlich schwächeren Ländern ist diese oft die Hauptmöglichkeit, Geld zu verdienen. Frauen profitieren davon jedoch nicht immer. mehr

  • Eine Frau arbeitet mit einer Hacke, ein Mann steht daneben und schaut in die Ferne, im Hintergrund sind Berge zu sehen.

    Ernten ohne Gerechtigkeit: Geschlechter­diskriminierung in der Landwirtschaft

    Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben sind bis heute nicht gleichberechtigt. Ursachen liegen vor allem in Normen. Sie führen dazu, dass Landwirtinnen ökonomisch benachteiligt sind. Der schwer zu durchbrechende Kreislauf stellt nicht nur aus menschenrechtlicher Sicht ein Problem dar. mehr