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Vereinte Nationen für die Zukunft

Die gegenwärtigen globalen Krisen – Hunger, Konflikte sowie der Klimawandel – stellen die Vereinten Nationen vor große Herausforderungen. Dringender denn je muss die internationale Gemeinschaft gemeinsame Werte, Wege und Ziele zur Problemlösung entwickeln.

Illustration: Sanjini Redmond

Der bevorstehende Zukunftsgipfel der Vereinten Nationen (Summit of the Future) im September 2024 in New York bietet eine große Chance, die Zusammenarbeit inmitten drängender Herausforderungen zu stärken und Lücken in der globalen Ordnung – von internationaler Gesetzgebung über entwicklungspolitische Ungleichheiten bis hin zu Maßnahmen zum Umweltschutz - zu schließen. Verpflichtungen wie das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) und das Bekenntnis zur Charta der Vereinten Nationen müssen durch die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen erneut bekräftigt werden. Hierfür braucht es ein gestärktes multilaterales System. Wie kann eine Grundlage für eine effektivere globale Zusammenarbeit geschaffen werden, die sowohl den gegenwärtigen Krisen als auch den kommenden Herausforderungen gewachsen ist? 

Eine gefestigte globale Struktur für morgen

Der Weg zum UN-Zukunftsgipfel begann bereits im Juni 2020 mit dem 75. Jahrestag der Vereinten Nationen. Im Rahmen der “UN75”-Erklärung gingen die UN-Mitgliedstaaten zwölf umfassende Verpflichtungen ein und forderten den UN-Generalsekretär António Guterres auf, Empfehlungen zur Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen vorzulegen. In seinem Bericht “Unsere Gemeinsame Agenda”, den er im September 2021 veröffentlichte, mahnte Guterres an, dass die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beschleunigt und Fortschritte bei den in der “UN75”-Erklärung enthaltenen Verpflichtungen erzielt werden müssen. Darüber hinaus initiierte Guterres die Ausrichtung eines Zukunftsgipfels, um hier einen neuen globalen Konsens zu finden, wie der Weg in eine ungewisse, aber auch chancenreiche Zukunft gestaltet werden kann.

Der Zukunftsgipfel wird eine große Bandbreite globaler Herausforderungen aber auch Perspektiven diskutieren: Von der Förderung nachhaltiger Entwicklung und nachhaltiger Finanzierungsmechanismen bis hin zur Stärkung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit oder wie Fortschritte in Wissenschaft, Technologie und Innovation genutzt werden können, um globale Probleme zu lösen und digitale Zusammenarbeit zu fördern. Außerdem steht die Jugend im Mittelpunkt des Gipfels, denn ihre Stimme und ihre Vision für die Zukunft sind unerlässlich. Zudem sollen die globalen Governance-Strukturen reformiert werden, um die globale Zusammenarbeit besser und effektiver zu gestalten.

Der Vorbereitungsprozess, begleitet von den Ko-Moderatoren Deutschland und Namibia, soll Transparenz und Inklusivität gewährleisten. Der Globale Norden und der Globale Süden sollen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle Perspektiven gehört werden. Das Ziel ist klar: ein Aktionsdokument, der Pakt für die Zukunft (Pact for the Future), auszuarbeiten, das konkrete Schritte für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Welt aufzeigt sein soll.

Gemeinsam für die Zukunft

Auch die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) möchte den UN-Zukunftsgipfel ins Zentrum ihrer Arbeit rücken und im Laufe des Jahres umfassend begleiten. 

Das im August erscheinende Themenheft der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN wird sich der Vorgeschichte des Gipfels sowie seinen Themen widmen und prüfen, wie es danach weitergehen kann. Geplant ist unter anderem ein Interview mit Michele Griffin, der Leiterin des Zukunftsgipfel-Teams im Büro des UN-Generalsekretärs. Zudem wird die DGVN eine Vielzahl an öffentlichen Veranstaltungen organisieren, die sich mit verschiedenen Schwerpunkten rund um den UN-Zukunftsgipfel befassen. Geplant sind unter anderem eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Auswärtigen Amt zur deutschen Ko-Moderation des Prozesses, Liveschalten zum Gipfel nach New York, Diskussionen über Reformen der Vereinten Nationen und dazu, wie der Zukunftsgipfel dazu beitragen kann, die Umsetzung der SDGs zu beschleunigen.

Besonderes Augenmerk legt die DGVN auf die Förderung der Jugendbeteiligung am UN-Zukunftsgipfel. Mit verschiedenen Initiativen sollen junge Menschen ermutigt und unterstützt werden, ihre Ideen und Forderungen für eine bessere Zukunft aktiv einzubringen.  So möchte die DGVN zwei junge Menschen ermutigen, als Jugendbeobachter am Gipfel in New York teilzunehmen und ihre Stimme für eine lebenswerte Zukunft einzubringen und erste Erfahrungen bei den Vereinten Nationen zu sammeln. Zudem soll ein Medienworkshop der DGVN jungen Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit bieten, UN-Themen und -Prozesse zu beobachten und über die Kernthemen des UN-Zukunftsgipfels zu berichten.

Weitere Informationen zum UN-Zukunftsgipfel 

Webseite des UN-Zukunftsgipfels.

Informationen des Auswärtigen Amts zum Zukunftsgipfel

Podcast-Folge “UNhörbar #39: Vereint für die Zukunft? Der UN-Zukunftsgipfel im Überblick” (Zusammenarbeit zwischen dem DGVN-Bundesverband sowie dem DGVN-Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)

Online-Quizduell “Wie gut kennt ihr die UNO?” von Bürger Europas e.V. mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes. Geeignet für Klassen ab Stufe 8.

Nachrichten zum Jahresthema


  • Ein Mann und eine Frau geben sich die Hand, im Hintergrund sieht man den Sitzungssaal der Generalversammlung.

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